Industrielle Symbiose

Symbiosepotentiale in Dänemark und Deutschland

Bei FURGY CLEAN Innovation arbeiten wir daran, in der Programmregion Symbiosepotentiale zu identifizieren. Wir etablieren eine Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen und schaffen die notwendige Entscheidungsgrundlage für eine bessere Nutzung der Ressourcen in neuen Symbiosen.

Vor dem Hintergrund eines einleitenden Screenings der Industrieintensität wurde von dänischer Seite und deutscher Seite je ein  Bereiche für die Prüfung von Symbiosepotentialen ausgewählt, und zwar die Geographien in Nyborg Ost und Rendsburg.

Fallstudie: Nyborg

Nyborg Ost ist in einem dänischen Kontext ein industriereiches Gebiet mit vielen energieintensiven Produktionsindustrien in den Bereichen Lebensmittel, Kunststoff und Bewirtschaftung gefährlicher Abfälle. Es erfolgt eine intensive Nutzung der Abwärme durch Ekokem A/S (früher bekannt als Kommunekemi) und Koppers Denmark, die heute mehr als 90 % der örtlichen Fernwärme liefern. Die Fernwärme deckt Nyborg und Ullerslev und versorgt 7.700 Haushalte. Es besteht das Potential, das Fernwärmenetz auf ein Industriegebiet im westlichen Teil von Nyborg und Vindinge auszudehnen.

Unsere vorläufige Analyse ergibt, dass es mehr industrielle Abwärme gibt, die ins Spiel gebracht werden kann, wenn das Fernwärmenetz diese aufzunehmen vermag. In der Analyse haben wir innerhalb eines Gebiets von 5 km2 zwölf Industrieunternehmen ermittelt. Im nächsten Jahr werden wir in Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Kommune Nyborg Input-/Output-Ressourcenanalysen erarbeiten und den Umfang komplementärer Ressourcenflüsse identifizieren. Diese werden die Grundlage für technische und wirtschaftliche Durchführbarkeitsstudien von Symbiosepotentialen in Nyborg bilden.

Bereits in einem frühen Analysestadium können wir einige interessante Symbiosepotentiale ausmachen, die wir in der kommenden Zeit näher überprüfen werden. Dabei geht es um die Nutzung organischer Abfälle vieler Lebensmittelhersteller zur Etablierung einer Biogasanlage, Ausdehnung des Fernwärmenetzes, Ausnutzung industrieller Abwärme zur Erhitzung eines Hafenbeckens, Anwerbung energieintensiver Unternehmen wie Gärtnereien und Teichkulturen, um den Fernwärmebedarf in Nyborg zu steigern und in dem Gebiet mehr Abwärme ins Spiel zu bringen.

Fallstudie: Rendsburg

Die Untersuchung des Wirtschaftsraumes Rendsburg erfolgte im Rahmen der Bachelorarbeit „Industrielle Symbiose – Entwicklung einer Fallstudie in der Programmregion von FURGY CLEAN Innovation“.

Der Wirtschaftsraum Rendsburg liegt im deutschen Teil der Programmregion von FURGY Clean Innovation ca. 30km westlich von Kiel und 65km südlich von Flensburg verkehrsgünstig direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Die Region ist geprägt von einer Vielzahl energieintensiver Branchen bspw. in den Bereichen Metallverarbeitung und Futtermittelproduktion und zeichnet sich durch differenzierte Gewerbegebiete im Umland aus. Außerdem erfolgt bereits eine Nutzung der Abwärme durch das Schwimmbad, bereitgestellt durch den lokalen Energieversorger sowie die Verwertung biologischer Abfälle zu Düngemitteln, Strom und Wärme.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen, welche insbesondere in Bezug auf die industrielle Symbiose von Bedeutung sind,  erwies sich eine vertiefte Betrachtung des Standortes als interessant. Ziel dieser Betrachtung war es, vorhandene und potentielle Beziehungen zwischen den Akteuren zu erkennen und auf Grundlage einer umfassenden Strategieentwicklung basierend auf branchenspezifischen Voraussetzungen und den Erwartungen der unterschiedlichen Interessengruppen zu verstärken. Dabei lag das Augenmerk nicht ausschließlich auf dem Austausch der Ressourcen, sondern auch auf der nachhaltigen Netzwerkbildung.

Zu diesem Zweck fanden Befragungen der betreffenden Unternehmen, sowie persönliche Interviews mit lokalen Kernakteuren statt. Dabei konnten zusätzliche Symbiosepotentiale anhand des Lebenszyklusansatzes sowie wirtschaftliche Potentiale durch beispielhafte Kostenrechnungen identifiziert werden.

Die Bachelorarbeit finden Sie hier als Download:

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