Fakten zur Energiewende

Deutschland und Dänemark im Vergleich

 

Die Energiewende in Deutschland

In Deutschland ist es spätestens nach dem Reaktorunglück in Fukushima gesellschaftlicher Konsens, eine Energiewende zu vollziehen. Im Detail bedeutet dies eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 %-95 % bis 2050 auf Basis von 1990. Dies betrifft alle Anwendungen, die Energie benötigen: Strom, Wärme und Mobilität. Darüber hinaus werden alle deutschen Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet. Für die Nutzung von Erdgas, Kohle und Erdöl gibt es einen solchen Ausstiegspfad aktuell jedoch nicht.

Die Substitution von Energieträgern wird unterstützt von einer erhöhten Energieeffizienz. Ziele auf Bundesebene werden dabei unterstützt durch Ziele in den Regionen, wie beispielsweise Schleswig-Holstein. Die historische Stellung Schleswig-Holsteins als Stromexporteur soll somit auch in Zukunft erhalten bleiben. So will das Land zukünftig 300% des Stromverbrauches durch Erneuerbare Energien und damit einen großen Überschuss erzeugen, der im Rest Deutschlands verbraucht werden kann.

Bezogen auf den Stromverbrauch sind die Erneuerbaren Energien bereits heute auf einem guten Weg: Aktuell werden fast ein Drittel des Bedarfes in Deutschland mit Erneuerbaren Energien erzeugt. Damit sind sie zusammengenommen der wichtigste Energieträger zu Stromerzeugung. Wichtigster Treiber für den Ausbau der Stromerzeugung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die garantierte Abnahme durch den Netzbetreiber und Prämien für den erzeugten Strom festschreibt. Da die regenerativen Kraftwerke oft nicht an den gleichen Standorten wie die alten zentralen Großkraftwerke gebaut werden, ist ein Ausbau der Stromnetze wichtig. In der öffentlichen Debatte ist dies neben den im europäischen Vergleich hohen Stromkosten für Endverbraucher ein bestimmendes Thema.

Da Strom jedoch nur einen Teil des Energiebedarfes ausmacht, müssen zusätzlich die Sektoren Wärme und Mobilität betrachtet werden, in denen es noch großes Entwicklungspotenzial gibt, das bisher nicht gehoben wird: Im Wärmebereich stagniert der Anteil von Erneuerbaren Energien seit einiger Zeit bei ca. 10 % und der Verkehr wird nach wie vor von Verbrennungsmotoren dominiert. Das Ziel bis zum Jahr 2020 1 Mio Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben, ist noch in weiter Ferne.

Bestimmende Themen für die kommenden Jahre für die Energiewende sind:

  • Verstetigung der fluktuierenden Stromerzeugung und Netzausbau
  • Erhöhte Flexibilität im Energieverbrauch
  • Umsetzung der Energiewende im Wärme- und Mobilitätssektor
  • Bessere Vernetzung der drei Sektoren Strom, Wäre, Mobilität

Die Energiewende in Dänemark

Der Weg zu einer 100 %-ig nachhaltigen Energie in den Versorgungs- und Transportsektoren im Jahr 2050.

Dänemark ist aus historischer Sicht ein Vorreiterland bei der Umstellung des Energiesystems, beispielsweise hinsichtlich weitsichtiger Bauvorschriften, Verpflichtungen zu Energieeinsparungen, Heizkraftwerken und einer weiten Verbreitung von Fern- und Nahwärme, über die heute 60 % aller dänischen Haushalte verfügen. Dies beruht auf dem grundlegenden Gedanken, dass es sich bei der nachhaltigen Energieversorgung um ein Mittel zur Zukunftssicherung der dänischen Gesellschaft und Schaffung einer im Wachstum inbegriffenen grünen Wirtschaft handelt.

Die Energiestrategie Schritt für Schritt
Im energiepolitischen Entwurf „Vores Energi“ (Unsere Energie) aus dem Jahr 2011 schlug die damalige Regierung eine Reihe von Initiativen zur Realisierung einer 100 %-igen Umstellung des dänischen Energiesystems vor. Der Entwurf fokussiert vier Einsatzgebiete: 1) nachhaltige Energie, 2) Verbesserung der Energieeffizienz, 3) Elektrifizierung und 4) Forschung, Entwicklung und Demonstration. Vier energiepolitische Meilensteine sollen die Umstrukturierung vorantreiben:

  • 2020: Die Hälfte des Stromverbrauchs wird durch Windenergie gedeckt
  • 2030: Die Nutzung von Kohle in dänischen Kraftwerken sowie Ölfeuerung sollen eingestellt werden
  • 2035: Die Versorgung mit Strom und Wärme wird von nachhaltiger Energie gedeckt
  • 2050: Die gesamte Stromversorgung, einschließlich Transport, wird von nachhaltiger Energie gedeckt.

Der Energieentwurf wurde 2012 im Energievertrag bis zum Jahr 2020 konkretisiert. Eine Reihe von Initiativen wurde eingeleitet, u.a. mit dem Bau neuer Offshore-Windkraftanlagen und der Zuschussregelung für die Nutzung nachhaltiger Energie bei der Prozessenergie der Industrie.

Es gibt viele gute Ansätze bei der dänischen Energiewende. Beispielsweise ist die Produktion von Strom aus Windmühlen hoch. 2014 wurde durch Windenergie 39 % des Stromverbrauchs gedeckt. Dieser Anteil wird im Laufe der kommenden 10 Jahre schätzungsweise auf über 60 % ansteigen.

Die Umstellung ist möglich, bedarf aber hoher Investitionen
Im Jahr 2013 legte die dänische Energieagentur, Energistyrelsen, Szenarioanalysen vor, um den Spielraum für die zukünftige dänische Stromversorgung und die Beziehung der Teilsektoren des Energiesystems untereinander zu beleuchten. Die Analysen beschreiben vier Szenarien ohne fossile Brennstoffe und ein Szenario mit fossilen Brennstoffen für 2035 und 2050. Die Szenarien bilden den gemeinsamen Entscheidungsrahmen für die energiepolitische Arbeit nach dem Energievertrag. Die Szenarioanalysen schlussfolgern u.a., dass es mit bekannten Technologien technisch möglich sei, verschiedene Energiesysteme zu konstruieren, welche die Vision eines Verzichts auf fossile Brennstoffe erfüllen, wenngleich dies zusätzliche Kosten von Milliarden von DKK mit sich führen würde.

Neuer Energieausschuss
Es besteht der politische Wunsch, die Umgestaltung des dänischen Energiesystems fortzusetzen, ohne dass die Umstellung dem Staatshaushalt Kosten verursacht. Die jetzige Regierung hat 2016 einen neuen Energieausschuss eingesetzt, der Empfehlungen zu Rahmenbedingungen und Instrumenten erarbeiten soll, welche eine kosteneffiziente Erfüllung der Dänemark auferlegten EU-Klimaziele für 2030 gewährleisten können. Aus dem Zuständigkeitsbereich geht hervor, dass Erdgas im dänischen Energiesystem aufgrund von Milliardeninvestitionen in das Erdgasnetz eine längere Laufzeit über 2035 hinaus haben soll, als in „Vores Energi“ (Unsere Energie) angegeben. Das führt zu neuen Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Entwicklung des Energiesystems hin zu einer Umstellung unter Verzicht auf fossile Brennstoffe in Dänemark.

 

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