Energieverständnis des Endverbrauchers

Die Nachfrage nach grünen und energieeffizienten Lösungen bei Endverbrauchern soll gesteigert werden

Die Forschung zum Verhalten der Endverbraucher hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung zugenommen. Ein Indikator dafür ist der größere Anteil der öffentlichen und privaten Investitionen in energiebezogener Forschung und Entwicklung zur Implementierung neuer Technologien, Produkte und Dienstleistungen für den Endverbraucher.

Es hat sich in den letzten Jahren als sehr schwierig erwiesen die Nachfrage nach grünen und energieeffizienteren Lösungen anzuregen. Ein Beispiel dafür ist die Implementierung von Wärmepumpen und Elektroautos, die langsamer war als vorher prognostiziert. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Anreizstrukturen und Energiemärkte die Endverbraucher nicht genug in der richtigen Technologieauswahl unterstützen.

In den vergangenen Jahren haben sich der Energiemarkt und die Rolle des Endverbrauchers im Rahmen der Energiesysteme verändert. Früher war der Endverbraucher ein passiver Marktakteur mit großer Loyalität zu lokalen Energielieferanten und einem vierteljährlichen Austausch über den Energieverbrauch und –preis über die Abrechnung. Heutzutage sind die Energiemärkte transparenter. Der Energieverbrauch kann in kurzen Zeitintervallen ferngesteuert abgelesen werden und immer mehr Verbraucher werden zu ihrem eigenen Energielieferanten durch die Nutzung von bspw. Photovoltaik, Solarthermie und Erdwärme. Zukünftig werden Endverbraucher aktiver sein als bisher.

Wir helfen Wissen über Endverbraucherpräferenzen im Bereich Energie im neuen Energiemarkt aufzubauen und fördern die Nachfrage nach Energieprodukten und –dienstleistungen durch die Etablierung von Living Labs in Dänemark und Deutschland. Hier werden innovative Technologien getestet, evaluiert und demonstriert. Wir entwickeln eine neue Energiesprache, die es dem Endverbraucher erleichtert die richtigen Entscheidungen zu fällen. So wird der gesamten Wertschöpfungskette für Energieprodukte und –dienstleistungen geholfen, Produkte und Dienstleistungen in einer verbraucherfreundlichen und einfachen Energiesprache zu vermarkten.

Unser Service:

  • Konzeptentwicklung einer neuen verbraucherzentrischen Energiesprache
  • Neue Einblicke zu Verbrauchern und die Gründe deren Energietechnologiewahl
  • Etablierung von living labs in Dörfern außerhalb kollektiver Wärmeversorgung
  • Unterstützung eines sozialen Innovationsprozesses um zu einer lokalen Umstellung zu gelangen
  • Untersuchung von neuen Förderungsmöglichkeiten von Energieprodukten und Dienstleistungen in privaten Haushalten

Beschreibung der Studie

Sprachliches Energieverständnis – Sprechen die Verbraucher dieselbe Sprache?

Ganz offensichtlich ist der Einzug von Energietechnologien langsamer verlaufen als angenommen. Dafür kann es viele Gründe geben: zu hohe Anfangsinvestitionen, keine ausreichende Wirtschaftlichkeit (Einsparung gegenüber Investition), Inkompatibilität mit der bestehenden Technik im Haus, die Alltagsmuster der Familie im Allgemeinen und vieles mehr. Diese Faktoren wurden in einem gewissen Umfang bereits in der bestehenden Literatur beleuchtet.

Ein gänzlich unbekannter Faktor kann auch die Sprache sein, die für neue, grüne Energietechnologien verwendet wird. Dies betrifft insbesondere die folgenden Aspekte:

  • Die Sprache, auf die der Verbraucher bewusst oder unbewusst im Alltag trifft
  • Wissen und Verständnis in Bezug auf die Energietechnologie noch bevor man weiß, dass der Bedarf besteht
  • der Entscheidungsprozess in der Markterschließungsphase, in der Verkaufs- und Kaufphase sowie in der Betriebs- und Wartungsphase, nachdem die Entscheidung getroffen bzw. der Kauf durchgeführt worden ist.

Um diese Themen besser zu verstehen, führte FURGY CLEAN Innovation eine Benutzerstudie durch. Die Studie beleuchtete die Sprache und die spezifischen Begriffe rund um neue Energietechnologien. Es wurde angenommen, dass es eine Kluft zwischen der Art und Weise gibt, wie Produzenten, Großhändler und der Einzelhandel Endverbrauchern Warenangebote präsentieren und Energietechnologie verkaufen. Die Analyse verfolgte dabei die These, dass die Sprache in Bezug auf Energietechnologien relevant ist, wenn die Kunden sich für oder gegen eine neue, grüne Energietechnologie zu Hause entscheiden.

Diese Annahme wurde untersucht, indem man Familien in Einfamilienhäusern besuchte und sie nach ihrer Priorisierung von Energietechnologien befragte. Darüber hinaus wurden den Familien Aufgaben hinsichtlich bestehender Werbematerialien(z.B. von Wärmepumpen) gestellt, die einen Überblick über sprachliche Barrieren und deren Prioritäten zur Kaufentscheidung lieferten. Ziel war es, so nah wie möglich an den Verbraucher heranzukommen, um einen realistischen Einblick in die Problematik zu gewinnen und gleichzeitig etwas über die Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren. Wie im gesamten FURGY CLEAN Innovation Projekt steht auch bei der Benutzerstudie die grenzübergreifende Arbeit im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass die Analyse einige Familien auf der deutschen bzw. dänischen Seite umfasst, wodurch ein Einblick in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede gewonnen und somit ein übergeordnetes Bild der Verbraucherbedürfnisse in der Grenzregion ermittelt werden konnte.

Eine starke Bindung zum Verbraucher ist ein wichtiger Aspekt bei der „Entwicklung einer neuen Energiesprache“, die Unternehmen und Verkäufern dabei helfen kann, einen leichteren Zugang zu ihren Kunden zu erlangen. Daher wurden die Ergebnisse der Benutzerstudie durch FURGY CLEAN Innovation analysiert und in einem Kurzbericht zusammengefasst, der Unternehmen mit B2C-Energietechnologien einen Einblick in die Gedanken der Verbraucher liefern soll. Der Bericht ist nun fertiggestellt und wurde auf dem FURGY CLEAN Innovation Kongress 2017 erstmalig vorgestellt.

Ergebnisse

Der Kunde spricht heute eine andere Sprache als der Verkäufer

Wie bereits zuvor beschrieben, beleuchtet FURGY CLEAN Innovation mit einer Studie zum Energieverständnis des Endverbrauchers die Sprache, die für neue, grüne Energietechnologien verwendet wird.

Dies ist die Sprache, auf die der Kunde im Alltag bewusst und unbewusst stößt, wenn er sich über den Gartenzaun hinweg mit seinem Nachbarn unterhält, wenn er Energiemessen besucht und wenn der Handwerker die Energietechnologien installiert. Mit der Analyse möchten wir beleuchten, wie Endkunden über neue, grüne Energietechnologien sprechen. Die Analyse verfolgt die These, dass die Sprache in Bezug auf Energietechnologien relevant ist, wenn die Kunden sich für oder gegen eine neue, grüne Energietechnologie zu Hause entscheiden.

Ein sprachliches Energieverständnis zu haben bedeutet, in einem Alltagskontext informiert und zusammenhängend über Energiethemen und -technologien sprechen zu können – seien es Elektroautos, Wärmepumpen, Holzpelletöfen, Solarzellen, Solarpaneele und vieles, vieles mehr. In der Energiebranche und intern in Energieunternehmen haben wir alle den gleichen Sprachgebrauch, der oftmals auf Ingenieurterminologie aufgebaut ist und den wir uns durch unsere Ausbildungen, Studien und Vollzeitjobs in einer Welt der Energie angeeignet haben.

Der Großteil der Endkunden ist nicht Teil dieses Kreises aus Fachleuten, und diese Kunden sprechen heute eine andere Sprache als der Verkäufer. Die Sprache und das Verstehen von Wörtern und Begriffen an sich sind schwer zu prüfen, da alle Wörter nicht unbedingt für alle dieselbe Bedeutung haben. Die Sprache kann somit nicht von ihrem Kontext losgelöst betrachtet werden. Dies gilt auch für die Sprache bezüglich der Energietechnologie.

Unsere Analyse basiert auf einem explorativen Ansatz mit insgesamt sechs Interviews mit vier dänischen und zwei deutschen Familien. Alle Interviews wurden im eigenen Zuhause der Familien durchgeführt, so dass wir die Familien in ihren sicheren Rahmen beobachten und lebensnahe und nuancierte Informationen über die Familien in Bezug auf ihren Kontext einholen konnten. Unser Zweck war es nicht, allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen. Stattdessen möchten wir einen Einblick in das Dilemma in Bezug auf Energiesprache und Energieverständnis zwischen dem Kunden und der Branche geben.

Wir haben die Analyse nun abgeschlossen und freuen uns darüber, Ihnen die Ergebnisse zeigen zu können. Die Analyse stellt einen Beitrag zu der wachsenden Disziplin in der Branche dar, wenn es darum geht, die wichtigen Mechanismen im Entscheidungsprozess durch größere energiepolitische Beschlüsse im Zuhause zu verstehen.

Hersteller, Großhändler und die vielen Installateure von Energietechnologien werden die Ergebnisse und Empfehlungen frei dazu nutzen können, Informationen und Werbematerial für die Energiesprache der Kunden anzupassen und Wertangebote sowie Leistungen zu entwickeln, die besser zum Energieverständnis der Endkunden und ihren Präferenzen passen.

Energiesprache und Verständnis

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